Abschlussarbeitenplattform Umweltpsychologie

Hier findest du Bachelor- und Masterarbeiten, geschrieben von IPU-Mitgliedern, zu Themen aus der Umweltpsychologie. Alle sehr spannend! Wenn du auch eine Abschlussarbeit mit Umweltpsychologie-Bezug geschrieben hast, kannst du uns gerne kontaktieren und die Sammlung bereichern. Schreibe einfach eine Mail an mara[ät]posteo.de.

 

Klappe die Schaltflächen auf, um die Abstracts/Zusammenfassungen zu sehen. Einen Link zum Herunterladen der Pdf bzw. eine Kontaktmöglichkeit findest du hier auch.

Becker, Annalena: “Reasoning about the complex nature of nature”: Strukturen von Kausalkognitionen im Umweltkontext. 2018, Uni Freiburg

Zusammenfassung
Menschen haben das Bedürfnis, sich die Welt, die sie umgibt, zu erklären. Wie diese kausalen Kognitionen in Bezug auf die Umwelt generiert werden, war die Fragestellung der vorliegenden Untersuchung. An der Studie nahmen 67 Studierende teil, davon 51 weiblich und 51 Psychologiestudierende. Mit Hilfe der Cognitive Mapping Technique sollten die Probanden zu drei unterschiedlich komplexen Ereignissen der natürlichen Umwelt Kausalmodelle erstellen. Zudem wurden der holistische und systemische Denkstil der Probanden sowie ihr Vorwissen zum Thema Klimawandel erfasst. Es zeigte sich, dass Komplexität bezüglich der Anzahl der Ursachen zur Erklärung der Ereignisse und der Anzahl der Verknüpfungen zwischen den Ursachen verschieden stark repräsentiert wurde. Wechselwirkungen wurden von Probanden deutlich seltener angenommen als  lineare Zusammenhänge. Die Ausprägung der Probanden im holistischen und systemischen Denkstil hatte dabei keinen  Einfluss auf die Struktur ihrer Kausalmodelle. Wissen über den Klimawandel stand in positivem Zusammenhang mit der Komplexität der Kausalmodelle hinsichtlich der Anzahl von verwendeten Ursachen und Verknüpfungen. Weiterhin wurden in inhaltlichen Analysen mit Hilfe der multidimensionalen Skalierung domänenspezifische Strukturen bezüglich der räumlichen Anordnung in den Kausalmodellen beobachtet. Besonders die Domäne des Menschen bildete in allen  Ereignissen eine Dimension, entlang derer die Ursachen angeordnet wurden. Die Befunde legen nahe, dass mentale Repräsentationen der Komplexität von Umweltereignissen und domänenübergreifende Kausalkognitionen eher gering ausgeprägt sind. Für die Sensibilisierung der Gesellschaft von wichtigen Umweltthemen sollten die Komplexität und die Dynamiken von natürlichen Ereignissen im Bildungswesen und in den Medien umfassend dargestellt werden. Im schulischen und universitären Kontext sollte das Wissen über den Charakter komplexer Systeme gefördert und der Mehrwert fachübergreifender Lehre genutzt werden. In weiteren Untersuchungen könnten die Erkenntnisse dieser Studie durch Einbezug behavioraler, affektiver und kultureller Parameter in einen weiteren Kontext gesetzt werden.

Hier geht es zum gesamten Text: MA Becker Annalena

Bei Fragen schreibe an annalena.becker[ät]posteo.de

Hofmann, Moritz: Viel verdienen, aber wenig fliegen? Das individuelle Flugreiseverhalten in Abhängigkeit von Einkommen, Suffizienz- und Effizienzorientierung.

Bei Interesse schreibe eine Mail an m.hofmann[ät]mail.de

Hamann, Karen: Sticker in the Box! Welchen Einfluss haben injunktive und deskriptive Normen auf die Entscheidung, einen Aufkleber gegen kostenlose Zeitung und Werbung anzubringen? 2013, Universität Jena

Zusammenfassung
Die Focus Theory of Normative Conduct von Cialdini, Reno und Kallgren (1990) wurde im Bereich des Umweltschutzes bisher an einer moderaten Anzahl von Verhaltensweisen getestet. Injunktive Normen (was von der Mehrheit anerkannt oder abgelehnt wird) und deskriptive Normen (was die Mehrheit tatsächlich tut) haben sich in mehreren Studien als aussagekräftige Verhaltensprädiktoren erwiesen, jedoch variierten sie in Wirkung und Umfang je nach Handlung und Kontext. In unserem Experiment wurden soziale Einflüsse in vier verschiedenen Nachbarschaften erforscht, anhand des bisher wenig beachteten Verhaltens, einen Sticker gegen kostenlose Zeitung und Werbung an dem eigenen Briefkasten anzubringen. Diese Verhaltensweise ermöglicht umfangreiche Ressourceneinsparungen und ist für den Umweltschutz daher von hoher Relevanz. Es wurden sowohl die Salienz der injunktiven Norm (nicht salient vs. salient mit genereller Referenzgruppe vs. salient mit lokaler Referenzgruppe), die Ausprägung der deskriptiven Norm (Anzahl der Sticker an Nachbarbriefkästen) als auch die Salienz der deskriptiven Norm (Anzahl der Studien-Sticker an Nachbarbriefkästen) manipuliert beziehungsweise erfasst und über drei Wochen beobachtet. Wir erwarteten, dass Versuchshaushalte eher bei einer salienten injunktiven Norm bzw. einer hohen Ausprägung der deskriptiven Norm den Studien-Sticker anbringen. Unsere weiteren Hypothesen beinhalteten eine Interaktion von Ausprägung und Salienz der deskriptiven Norm, eine Überlegenheit der lokalen gegenüber der generellen Referenzgruppe und besonders starke Effekte bei Kombination von hoher Ausprägung der deskriptiven Norm und Salienz der injunktiven Norm. Das Feldexperiment erbrachte eine Erfolgsquote von 16 Prozent. 63 der insgesamt N = 383 Versuchshaushalte entschieden sich dazu, den Sticker an ihrem Briefkasten zu befestigen. Die Datenanalysen ergaben, dass ein hypothesenkonformer und signifikanter Unterschied zwischen den Bedingung mit salienter bzw. nicht salienter injunktiver Norm existiert. Eine generelle Referenzgruppe der injunktiven Norm (Bürger der Stadt) zeigt sich wirksamer als eine lokale Referenzgruppe (Nachbarn), wobei dieser Befund stark zwischen den Nachbarschaften variiert. Darüber hinaus besteht ein signifikanter Einfluss der deskriptiven Norm, wie er auch bei Reese, Löschinger, Hamann und Neubert (2013) gefunden wurde. Ist die Ausprägung der deskriptiven Norm hoch und die injunktive Norm salient, werden stärkere Effekte erzielt als in den anderen Bedingungen. Theoretische und praktische Implikationen der Studienergebnisse werden diskutiert.

Hier geht es zum ganzen Text: Bachelorarbeit_KarenHamann

Große Ruse, Elmar: Akzeptanz der Ökosteuer – eine psychologische Analyse der Bedingungen. 2002, Ruhr-Universität Bochum

Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Hintergründe von Akzeptanz und Ablehnung der Ökologischen Steuerreform innerhalb der Bevölkerung auszumachen. Anlass ist die geringe Popularität eines aus fachwissenschaftlicher Perspektive prinzipiell sinnvollen umweltpolitischen Instrumentes. Die Sichtung der vorhandenen Literatur brachte verschiedene potenzielle Einflussfaktoren auf die Akzeptanz der Ökosteuer zu Tage. Neben der Konkretisierung dieser Variablen wurde die induktive Aufdeckung von zusätzlichen Bestimmungsgrößen angestrebt. Auf der Basis dieser Überlegungen wurden insgesamt 14 leitfadengestützte Interviews mit verschiedenen Personen durchgeführt und inhaltsanalytisch ausgewertet. Als vermutlich zentrale Hintergründe von Akzeptanz und Ablehnung der Ökosteuer konnten für die untersuchte InformantInnengruppe fünf Aspekte identifiziert werden: Das möglicherweise wichtigste Argument für die Befürwortung einer Umweltsteuer war die positive Bewertung der ökologischen Zielsetzung, mit der ein solches Instrument vorrangig assoziiert wird. Ausschlaggebend für negative Beurteilungen der Ökologischen Steuerreform waren insbesondere die subjektiv ungerechte Behandlung bestimmter Bevölkerungsgruppen sowie die als ineffektiv und undurchsichtig empfundene Aufkommensverwendung für die Rentenversicherung. Als relevant erwiesen sich ferner Zweifel an der verkehrsreduzierenden Wirkung der Ökosteuer und die Einschätzung, dass der hohen Belastung der AutofahrerInnen zu viele Ausnahmen für andere Emittenten gegenüberstünden.

Hier geht es zum ganzen Text: Diplomarbeit_egr

Bochmann, Linda: Do Pro-Vegetarian Online Ads Make a Difference? - Meat Eaters’ Personalities and the Stability of Meat Consumption and Carnism. 2017, Universität Göttingen

Abstract
Our society’s vast consumption of meat has negative impacts on animal welfare, the environment, and human health. This study evaluates the effects of pro-vegetarian online ads on meat consumption and carnism, the ideology of eating animals. It was also investigated how individual differences in personality and attitudes are linked to meat consumption and carnistic beliefs. In the first part of the online experiment, participants were randomly assigned to either a shocking video of animal abuse in animal husbandry plants, a video illustrating negative impacts of meat consumption on the environment, especially on climate change, or an unrelated control video. Different attitudinal and personality measures, including carnism, as well as participants’ eating behavior and motivation for diet change were assessed. One week and one month later, subjects were repeatedly asked about their eating choices and carnistic beliefs. Eating meat and carnism were found to be positively correlated with sexism and, in case of carnism, also with narcissism. Additionally, negative links to openness and tender-mindedness were demonstrated. Meat consumption and carnism were also positively related to each other. Computing multilevel models, we found that, although both the shock and the environmental video motivated participants to eat less meat, they did not affect their actual meat consumption and carnistic attitudes. Previous research has demonstrated that barriers on the way to reduced meat intake might include gustatory pleasure, habit, status, and social norms and pressures. Individuals were also found to use moral disengagement strategies in order to continue to eat meat, such as carnistic justifications, strategic ignorance of meat related issues, and self-exonerations. Due to several limitations of our study, future research is strongly needed to enable us to draw conclusions about the effectiveness of online ads raising awareness of animal abuse and environmental damage caused by the meat production sector.

Full text: BA_21365303

Schilling, Carina: Der Einfluss von Vegetarierinnen auf den Fleischkonsum ihres Partners und die Beziehungsqualität. 2016, Universität Jena

Zusammenfassung
Gleich und gleich gesellt sich gern. In einer Beziehung zwischen Vegetarierinnen und Nicht-Vegetariern werden jedoch bereits zu Beziehungsbeginn Unterschiede offenkundig. Die Studie untersuchte anhand von 482 Frauen und 110 Männern (76 Paardaten) außer-
und innerbeziehungsrelevante Variablen, die eine Veränderung im Fleischkonsum des Partners vorhersagen können, betrachtete die Nutzung sozialer Kontrollstrategien durch die Partnerin und deren Einfluss, sowie den der Ernährungsdifferenzen auf verschiedene Dimensionen der
Beziehungsqualität beider Partner. Die gut gebildeten Studienteilnehmer_innen (16 – 56 Jahre, M = 26.11, SD = 6.07) beantworteten einen
online Fragebogen und wurden teils geschlechtsspezifisch und in der Dyade untersucht. Die Nutzung positiver sozialer Kontrollstrategien beeinflusste die Veränderung des Fleischkonsums des Beziehungspartners vor allem bei denjenigen, die bereits zu Beziehungsbeginn wenig Fleisch konsumierten. Dabei nahmen die Erwartungen der Partnerin bezüglich des Fleischkonsums des Partners Einfluss auf die Nutzung positiver, wie negativer sozialer Kontrolltaktiken. Da die Teilnehmerinnen zu einem überwiegenden Großteil sehr starke ethische Motive für die Entscheidung, Vegetarierin zu werden, angaben, können keine Aussagen zum Unterschied zwischen ethisch motivierten und  gesundheitsorientierten Vegetarierinnen getroffen werden. Die drei Dimensionen der Beziehungsqualität Konsens, Kohäsion und Zufriedenheit des Partners standen mit positiven sozialen Kontrollstrategien in positiver Verbindung. Negative Strategien hatten einen negativen Einfluss. Ein höherer Fleischkonsum des Partners hängt mit niedrigeren Werten der Kohäsion der Partnerin zusammen. Gemeinsame Mahlzeiten hingegen standen für Frauen und Männer mit höherer Beziehungsqualität in Verbindung, bei Männern korrelierten mehr gemeinsame vegetarische Mahlzeiten mit niedrigerer Kohäsion. Die Ergebnisse dieser Studie gewähren Einblicke in das bislang
nicht untersuchte Feld der Partnerschaft zwischen Vegetarierinnen und Omnivoren und legen weitere besonders auch qualitative Forschung nahe.

Hier geht es zum ganzen Text: Schilling_Carina_SoSe2016_Paedagogische Psychologie

Paasch, Silvio: Livable dimensions of public spaces: A psychological analysis of health, well-being and social capital in urban squares. 2015, TU Dresden

Abstract
Public spaces are the heart of a city and can influence city dwellers with health, wellbeing and social capital. Sustainable design factors, based on human needs, are important for success of urban squares and their perceived urban quality by humans. Therefore, this study investigated the relevance of five livable dimensions of public spaces: comfort, access, function, maintenance and sociability and their effects on people’s perceived and evaluated livability. A nonprobability sample of 601 subjects, most of them with German background,
participated in a randomized online survey that showed experimentally-manipulated images of three Central European urban squares. Participants rated their subjectively-perceived livability regarding those images in a self-constructed questionnaire, conceptualized as the
total of three scales detecting met human needs for health, well-being and social capital. Furthermore, personality traits and socio-demographic information were collected for explorative reasons. The findings revealed that success of public spaces is strongly related
to its physical design and the compliance of comfort, access, function and maintenance. Additionally, appearance and interaction with people in city plazas enhanced subjectively-perceived livability. Physical and social environment interacted and mutually influence their
effects, too. Regarding the exploration of personal characteristics only age had a significant impact on the research results. Younger people (18 to 29 years old) rated the livability of public spaces significantly higher than older participants (30 to 65 years old). All other
controlled factors (gender, relationship status, education level, job and income) did not show any correlations. All results were integrated in the Livability – Public Space – Model (LIV-PS Model) to gain a better understanding of user’s environmental needs for a more healthy
and pleased urban life.

Full text: DA_PublicSpaces

for questions contact sil.paasch[ät]icloud.com