Kurzbericht 7. IPU-Schweiz Kongress – Kommunikation im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich

Grüezi mitenand,

wie sieht ein Kongress der Schweizer IPUs aus? Wie behandeln sie das Thema der Umweltkommunikation? Was sind die aktuellen Aktivitäten der IPU Schweiz?

Mit diesen und anderen Fragen im Hinterkopf, bin ich gemeinsam mit Nathalie aus Konstanz nach Zürich gereist, um dem 7. Kongress der IPU Schweiz zum Thema „Kommunikation im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich“ beizuwohnen. Der Vormittag beinhaltete drei Vorträge, während man sich am Nachmittag einem von sechs Workshops widmen konnte.

Eingangs referierte Prof. Dr. Mike Schäfer über den Klimawandel in den Medien. Dabei zeigte er auf, dass die Anlässe zur Berichterstattung in verschiedenen Ländern variieren. Zudem berichtete er über verschiedene Frames in der Berichterstattung (z. B. der anthropogene Klimawandel ist ein Problem) und deren zeitgeschichtliche Entstehung. Eine weitere relevante Erkenntnis war, dass die Berichterstattung bezüglich des Klimawandels lange Zeit ein ausbalanciertes Verhältnis unterschiedlicher Stimmen verfolgte, d. h. von Meinungen für die Existenz eines anthropogenen Klimawandels und Meinungen von Klimawandelskeptiker*innen bzw. -leugner*innen. Allerdings führte hier das journalistische Ideal einer ausgewogenen Meinungsdarstellung zu einer Verzerrung, sprich einer „balance as bias“ (angesichts von 97 % Klimawissenschaftler*innen, die von einem anthropogenen Klimawandel überzeugt sind und nur 3 % Klimaskeptiker*innen, denen trotzdem 50 % der Berichterstattung gewidmet waren). Schäfers Fazit war, dass die Vermittlung von (klima-)wissenschaftlichen Befunden heutzutage ausreichend ist. Er hält es für wirksamer, in der Berichterstattung aufzuzeigen, welche Relevanz der Klimawandel im eigenen Leben hat, Furchtappelle durch Lösungsvorschläge zu ersetzen, mehr persönliche und individuelle Geschichten zu erzählen und Meinungsführer*innen anzusprechen, die als Multiplikator*innen für das Thema fungieren können.

Anschließend hielt Prof. Dr. Martin Meyer einen Vortrag zu neuropsychologischen Grundlagen der Kommunikation, der verstehen helfen sollte, warum es den Menschen heute so schwerfällt, die technologischen, demographischen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft zu antizipieren und vorausschauend zu handeln. Darauffolgend sprach Dana Giesecke als Leiterin der Stiftung FUTURZWEI über die Relevanz, „Geschichten des Gelingens“ zu erzählen.

Nachdem es in den Kaffeepausen bereits Gipfeli, Kaffee und Obst gab, folgte gegen Mittag leckeres veganes und vegetarisches Essen. Es gab Rösti mit Rote Beete-Mus und Kürbis sowie Brownies als Dessert.

Gestärkt ging es dann in den Nachmittag. Im Workshop von Majka Baur von WeAct definierten wir zuerst eine Zielgruppe, der wir ein bestimmtes Nachhaltigkeitsziel vermitteln wollten. In unserem Falle wollten wir Reisebüro-Chef*innen davon überzeugen, mehr nachhaltige Reisen anzubieten. Anschließend arbeiteten wir mit einer ca. 6-köpfigen Gruppe daran, die Zielgruppe zu verstehen (was denken sie, machen sie, hören sie etc.) und zu überlegen, wie sie beeinflusst werden kann.

Nach einem Wrap-up der verschiedenen Workshops, folgte das Apéro. Bei einem Glas Rotwein ließ sich der Tag prima Revue passieren und noch ein kurzer Plausch mit dem Schweizer IPU-Vorstand halten. Summa summarum hatten wir einen schönen und informativen Tag im Züricher Volkshaus.

Liebe Grüße

Thorsten (für den IPU Vorstand)