59. IPU-Kongress: Psychologie des Alternativen Wirtschaftens

Wann?

06.-09.10.2022

Was?

Die Warum brauchen wir Alternatives Wirtschaften?
Und wie kannst Du die Psychologie dazu anwenden?

Welche psychologischen Faktoren gibt es, die die Umsetzung von Alternativen Wirtschaftsweisen fördern oder verhindern? Was hat Geld mit Glück zu tun? Was für konkrete Konzepte gibt es, die wir bottom-up anwenden können, um bedürfnisorientiert und gemeinschaftsbasiert zu wirtschaften? Wie können wir diese Konzepte ausprobieren und erlebbar machen?

Um Antworten auf diese Fragen in interaktiven Workshops, spannenden Vorträgen und vielen Austauschformaten mit uns und verschiedenen Expert*innen zu suchen, zu diskturieren, zu erfahren und vielleicht auch zu finden, waren wir vier Tage lang im Nordschwarzwald. Es gab Raum für Vernetzung, Input und konkrete Erlebnisräume zu gemeinschaftsbasierten Wirtschaftskonzepten.

Dazu waren wir zu Gast an einem wunderschönen Ort in Mitten von Wäldern und Seen im Nordschwarzwald. Es gab vegane Bio-Vollverpflegung und bunte Abendgestaltungen, die uns als Orgateam manchmal an dem seit Jahrzehnten verwendeten Namen „IPU-Kongress“ zweifeln lässt. Durch die Mischung aus Wissenschaftskommunikation, Selbsterfahrung, Gemeinschaftsbildung und Spaß ist für uns viel mehr als sich die meisten beim Wort Kongress vorstellen.

Der Kongress wurde solidarisch finanziert. Die Teilnehmenden zahlten bei ihrer Anmeldung einen Teilnahmepfand von 50 Euro und haben während des Kongresses auf einer moderierten Bietrunde (bewährtes gemeinschaftsbasiertes Wirtschaftskonzept, in das wir einführten) ihren Kongressbeitrag abhängig von ihren Ressourcen bestimmen.
Mehr Infos zur solidarischen Finanzierung und zur Unterkunft findest Du im Anmeldeformular.

Schön, dass Ihr da wart!

Unten findest Du mehr zum Programm.

Wo?

Der Kongress fand in Schernbach (Nordschwarzwald) statt. Dort waren wir zu Gast bei der Gemeinschaft Sonnenwald (ehemals „Akademie für angewandtes gutes Leben“), die selbst solidarisch wirtschaftet.

Es gab Möglichkeiten , die Gemeinschaft sowie deren Projekte wie z.B. die preisgekrönte Pionierarbeit zur regenerativen Agroforstwirtschaft kennen zu lernen.

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Falls du Fragen hast, dann schreib an kongress@ipu-ev.de.

Ankommen

Am Donnerstag sind alle Teilnehmenden angereist.

Gemeinschaft Sonnenwald

hat uns bei sich Willkommen geheißen. Vielen Dank, dass wir da sein durften!

Viel Programm

stand täglich auf der Agenda.

Programm

Es wurde viel diskutiert.

Programm

einige Inhalte wurden vermittelt.

Programm

wir haben auf dem Hof der Gemienschaft Sonnenwald geholfen.

Programm

Bei der Mitgliederversammlung wurde ein neuer Vorstand gewählt.

Aber..

es wurde auch neben dem Programm viel Zeit zusammen verbracht.
Zum Beispiel draußen auf der Wiese.

Freizeit

Oder beim Massagekreis.

Freizeit

Eine Acro Yoga Vorstellung gab es auch.

Freizeit

Ein Lagerfeuer durfte natürlich auch nicht fehlen.

Freizeit

Sowie eine Party am Samstagabend mit DJ  🙂

Leckeres Essen

Während der vier Tage wurden wir mit leckerem, veganem Essen verpfelgt.

Danke

dass Ihr alle da wart und den Kongress bereichert habt! Bis zum nächsten mal 🙂

Der Kongress wurde durch Fördergelder unterstützt von:

Programm

Im Folgenden findest Du die Workshops und Impulse von verschiedenen Expert*innen. Das Programm wird gerahmt durch Community-Slots, Sharing-Runden in Bezugsgruppen, den „Bunten Abend“, einen IPU-Kennenlernabend, eine IPU-Mitgliederversammlung, lange Pausen für Zeit in der Natur, Führungen durch die Gemeinschaft und über den Hof sowie natürlich die legendäre Kongress-Party! Dazwischen gibt es vegane Bio-Vollverpflegung durch die Großküche der Gemeinschaft Sonnenwald.

Donnerstag
Eröffnung || Community-Slot

Willkommen, Hintergrund des Kongresses und Einführung in die Community-Slots und Bezugsgruppen.
Das Orga-Team stellt sich vor und möchte Euch kennen lernen!

 

Keynote & Diskussion || Commons, Care und Kritische Psychologie – Anfänge und Notwendigkeit einer alternativen Wirtschaft - Simon Sutterlütti (Commons-Institut)

Die heutige Wirtschaft zerstört Natur, beutet Menschen aus und setzt demokratischer Gestaltung harte Grenzen. Doch wie könnte eine alternative Wirtschaft aussehen? Eine Wirtschaft, die mit der Umwelt statt gegen sie arbeitet, die Inklusion und Gerechtigkeit, statt Ausbeutung und Exklusion nahelegt, und echte Demokratie erlaubt? Und wie kann die Psychologie dabei helfen, diese Gesellschaft zu beschreiben und zu erreichen?

Simon Sutterlütti beschäftigt sich mit Kritischer Psychologie sowie postkapitalistischen Alternativen, Utopie- und Transformationsforschung. Er ist im Commons-Institut aktiv, Co-Autor vom sehr empfehlenswerten Buch „Kapitalismus aufheben– Eine Einladung über Utopie und Transformation neu nachzudenken“ und bloggt regelmäßig auf keimform.de.

 

Freitag
Workshop || Materieller Wohlstand, Wirtschaftswachstum und Glück - wie hängt das zusammen? - Jochen Dallmer (freier Dozent)

Das derzeitige Wirtschaftsmodell basiert auf dem Paradigma von Wachstum und dem Erschaffen von mehr und mehr materiellem Wohlstand. Das ist ökologisch fatal, aber auch zunehmend dysfunktional: während der Wohlstand weiter steigt, bleibt das Wohlbefinden weitgehend konstant. Was passiert da, wie kam es dazu und was sind Alternativen und Auswege?
Im Workshop blicken wir auf die (historische) Entwicklung des heutigen Wirtschaftsmodell mit seinen Widersprüchen, erarbeiten eine Diagnose des derzeitigen (desolaten) Zustandes und entwerfen Perspektiven und (bessere) Alternativen für ein anderes Wirtschaftsmodell in einer nachhaltigen Welt.

Jochen Dallmer hat Politikwissenschaft, Soziologie und Friedens- und Konfliktforschung in Marburg studiert und als Politikwissenschaftler an der Uni Kassel zum Thema „Glück und Nachhaltigkeit“ promoviert. Er lebt in Berlin und arbeitet derzeit als freier Referent, Facilitator und Berater im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung.

www.jochendallmer.netwww.glueckundnachhaltigkeit.de

Workshop || Alternative Wirtschaft – Potentiale, Praxis und Psychologie - Simon Sutterlütti (Commons-Institut)

In diesem Workshop wollen wir uns genauer mit der Praxis, der Bedeutung und der Psychologie alternativer Wirtschaft, insbesondere Commons, Care-Ökonomie und solidarischer Ökonomie auseinandersetzen. Wie funktioniert die konkrete Praxis von Commons, Care-Ökonomie und solidarischen Beziehungsweisen? Welche Grenzen haben Keimformen alternativen Wirtschaftens und wie und mit wem könnte sie diese überschreiten? Wie könnten eine global andere Wirtschaftsweise im Detail und der Weg dorthin aussehen? Wie kann hierbei eine gesellschaftskritische Psychologie helfen und welche Bedeutung hat hier psychologische Arbeit?

Simon Sutterlütti beschäftigt sich mit Kritischer Psychologie sowie postkapitalistischen Alternativen, Utopie- und Transformationsforschung. Er ist im Commons-Institut aktiv, Co-Autor vom sehr empfehlenswerten Buch „Kapitalismus aufheben– Eine Einladung über Utopie und Transformation neu nachzudenken“ und bloggt regelmäßig auf keimform.de.

 

Workshop || Haltung von gemeinschaftsbasierten Unternehmer:innen - Timo Wans (Myzelium)

Vormittags werden wir uns mit dem Thema gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften beschäftigen. Der Fokus liegt auf der Haltung von transformativen Unternehmer:innen bei der Gründung oder bei der Transformation bestehender Unternehmen.
Im Rahmen des Workshops haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, mithilfe des MYZELIUM Canvas ihre eigenes gemeinschaftsbasiertes Projekt zu konzipieren.
Am Nachmittag folgt eine ausführliche Q+A-Session zum Thema Haltung und gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften.

Timo Wans ist Wirtschaftssoziologe und Gründer von MYZELIUM. Das MYZELIUM ermöglicht es Unternehmer*innen, solidarisch-gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften groß zu denken! Es wächst schnell & stetig und versorgt die gesamte Bewegung mit Know-how und Innovation.
Einige Menschen im MYZELIUM begleiten gemeinschaftsbasierte Gründungen und die Umstellung bestehender, marktbasierter Organisationen. Andere arbeiten an Strukturen, die ganze Dörfer, Städte und Regionen verändern werden. Diese Menschen begleiten wir mit Wissen und Erfahrung.

www.myzelium.com 

Workshop || Ich-in-Bezogenheit: Wie sich durch Alternatives Wirtschaften & Commoning unsere Weltsichten verändern - Sarah Ackerbauer (Commons-Sommerschule)

Wie würde ich leben, wenn ich mich in jedem Moment mit Allem verbunden fühle?
Wenn es die Grundlage meines Handelns ist, Lebendigkeit zu fördern: wie würde ich wirtschaften, welche Werte schöpfen, mit wem in Beziehung sein?
Sarah möchte in diesem Workshop dem Gefühl des Verwoben- und Verwachsenseins nachspüren und einen Raum zum Erleben und Austaschen öffnen.

Sarah Ackerbauer hat gemeinsam mit Silke Helfrich, die vor ungefähr einem Jahr in den Bergen tödlich verunglückte, mehrere Commons-Sommerschulen begleitet und hütet nun mit Johannes Euler und Sigi Preissing diesen ein-wöchigen Erfahrungsraum des Commoning. Sie ist vor kurzem in die Region des Wandels gezogen und lebt dort mit ihren beiden Kindern und ihrem Papa in einem spannenden drinnen-draußen-Wohnexperiment. Ihr Leben ensteht jeden Tag neu aus den Beziehungen, die sie zu sich, zu ihrem Gegenüber und der beseelten Welt erforscht. Sie liebt die sensible Arbeit mit Menschen im Kreis und ist dabei inspiriert von Erfahrungen aus der Wildnis- , der Theaterpädagogik. Sie hat ihre Hände gerne in der Erde und genießt es zusammen mit kleinen und großen Menschen das Lebendige zu erforschen.

Samstag
Workshop || Suffizienz als psychologisches Konstrukt und warum wir sie für Alternatives Wirtschaften benötigen - Dr. Laura Henn (Uni Kassel)

Text folgt in Kürze.

Workshop || Einführung in die Care-Ökonomie: Zustand und Alternativen - Matthias Neumann (Care Revolution)

Der Workshop führt in die Ausgestaltung der Care-Arbeit in Deutschland ein. Wie teilt sich die Care-Arbeit in unentlohnte und entlohnte Arbeiten auf, wer leistet sie in welchem Rahmen und weshalb sind Sorgearbeitende so häufig überlastet? Und: Könnte es auch anders sein? Es werden die großen Linien dieser Zusammenhänge vorgestellt, insbesondere am Beispiel der Altenpflege illustriert und Transformationsvorschläge aus der Perspektive des Netzwerks Care Revolution zur Diskussion gestellt. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, Erfahrungen aus ihrer beruflichen,familiären oder „ehren“amtlichen Arbeit in die Diskussion einzubringen.

Matthias Neumann ist im Netzwerk Care Revolution und dessen Freiburger Regionalgruppe aktiv. Politisch setzt er sich besonders mit den Rahmenbedingungen der Altenpflege und der Verschränkung von Care- und Klimapolitik auseinander. Außerdem ist er Co-Autor des Buches Solidarische Care-Ökonomie.

Workshop || Konkrete Muster des Commoning aus psychologischer Perspektive - Johannes Euler (Commons-Institut)

Die Mustersprache des Commoning (Helfrich & Bollier 2019) verbindet Theorie- und Erfahrungswissen und bietet Inspiration für immer wieder auftretende Herausforderungen beim Commoning. Dabei ist sie grundsätzlich weder Blaupause noch Rezept und auch niemals komplett oder fertig. Im interaktiven Workshop wird kurz in die Muster des Commoning eingeführt und im Anschluss gemeinsam erarbeitet, wie die Mustersprache verfeinert und erweitert werden kann. Der Fokus liegt dabei auf den psychologischen Perspektiven auf das Inter- und Intrapersonale. Dies geschieht in einem interaktiven Prozess, der auf den Inhalten des Kongresses und den Praxiserfahrungen der Teilnehmenden aufbaut und der nicht zuletzt zum Zusammentragen und Aufbereitung der Kongressergebnisse beitragen kann.

Johannes Euler ist als freier Wissenschaftler, Commons-Aktivist und Berater für sozial-ökologischen Wandel tätig. Er hat Politik, Volkswirtschaftslehre und Philosophie studiert und über Commoning und Wasserkonflikte promoviert. Neben seiner Lehre an verschiedenen Institutionen hat er das Commons-Institut mit begründet.

Workshop || Gemeinschaftsbasiertes Wirtschaften angewandt - Franziska Stromberg (FranzWerk)

Text folgt in Kürze.

Workshop || Verkörperung, Verdauung und die Ökonomie der Gegenseitigkeit - Sarah Schöne (Akademie für angewandtes gutes Leben)

In diesem Workshop wird ein Raum eröffnet, der einerseits dem Verdauen – heißt Sortieren, Einordnen, Verknüpfen und Kompostieren – der bisherigen Kongresseindrücke dient und andererseits körperlich verankerte Erfahrungen  von Paradigmen einer Commons-basierten Ökonomie ermöglicht.
Nach einer Reflektion unserer eigenen Ökonomie von Geben und Empfangen (economy of giving and receiving), kommen wir zur Gegenseitigkeit. Wir können  uns nicht anders als in Beziehung auf dieser Erde bewegen – in Bezogenheit mit dem Feld der Schwerkraft, in Bezogenheit mit anderem Leben. Im letzten Teil bringen wir in einem bezeugten Rahmen die Eindrücke der letzten Tage in Bewegung.
Der Workshop beinhaltet Einladungen zur Hinwendung zu den eigenen Körperempfindungen und zu physischem Körperkontakt.

Sarah Schöne lebt in der Gemeinschaft Sonnenwald. Sie ist Gärtnerin, Tänzerin und Seminarleiterin. Ihr Streben nach Lebendigkeit und der Förderung lebensdienlicher Systeme brachte sie zur Akademie für angewandtes gutes Leben, zum Gärtnern, zur Contact Improvisation, zum Body Mind Centering und dem Timeless Wisdom Training. Diese Hintergründe beeinflussen ihre Art den Workshop zu gestalten.

Sonntag
Integration || Community-Slot

Wir arbeiten gemeinsam an der Integration der Inhalte. Du bist eingeladen deine Initiativen, Gruppen, Unternehmen oder Beschäftigungen aus deinem Alltag vorzustellen und wir überlegen gemeinsam, was von den alternativen Wirtschaftskonzepten darauf anwendbar ist.