Die Postkarte "Was tust du für den Klimaschutz?"

Um aufzuklären, wie verschiedene klimaschützende Verhaltensweisen von ihrem Effekt zueinander im Verhältnis stehen, wurde diese Postkarte entwickelt. Sie kann als Bildungsmaterial für Workshops genutzt werden, in passenden Postkartenständern ausgelegt werden oder zuhause oder bei der Arbeit aufgehängt werden. Mit ihr kann man mit anderen ins Gespräch über klimaschützendes Verhalten und die Grenzen persönlichen Klimaschutzes kommen.

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Du möchtest einen Stapel der Postkarten für ein eigenes Projekt oder zum Verteilen? Schreibe uns in einer Mail, wie viele Postkarten du gerne hättest. Wir freuen uns dafür auch über eine Spende. (Der Versand kann einige Wochen dauern)

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Du kannst die Postkarte auch als Druckdatei downloaden und bei einer (umweltfreundlichen) Druckerei deiner Wahl bestellen (A6, mind. 300g/qm Papier). Wir können die Umweltdruckerei empfehlen. Auch hier freuen wir uns über eine Spende.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Fakten hinter den Flächenverhältnissen sind im Folgenden erläutert. Klicke einfach auf die Info-Symbole, um mehr zu erfahren. Wichtig ist hierbei, dass es weniger entscheidend ist, wie groß die absoluten Zahlen sind, als wie groß die ungefähren Verhältnisse zueinander sind: Einzelne Zahlen können immer ungenau sein, aber die Größenordnungen der großen zu den kleinen Feldern sind eine gute Diskussionsgrundlage, welche Veränderungen in unserer Gesellschaft wichtig wären.

Flugfrei leben

Fliegen ist sehr umweltschädlich, da Flugzeuge pro Kilometer viele klimaschädliche Emissionen freisetzen. Auch wenn es schwerfällt, gehört Flugverzicht zu einem klimafreundlichen Leben dazu.

Ein flugfreies Leben spart durchschnittlich rund 1300 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr.

Tipps:
  • Urlaubsziele innerhalb Europas wählen, die mit dem Zug oder Bus erreichbar sind.
  • Meetings und Konferenzen durch Videotelefonie und Telefonkonferenzen ersetzen.
  • Falls du absolut nicht aufs Fliegen verzichten möchtest: Zumindest keine Fotos deiner Fernreisen verbreiten. So kannst du mithelfen, dass Fliegen weniger präsent ist.

Autofrei leben/Nutzung eines sehr sparsamen Autos

Die individuelle Mobilität mit dem Auto ist für einen großen Teil der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich.
Die Nutzung eines sehr sparsamen Autos mit einem Verbrauch unter 5 l/km spart durchschnittlich rund 500 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr.

Lebt man komplett autofrei, spart dies sogar durchschnittlich rund 1600 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr.

Tipps:
  • Wenn du in einer Stadt wohnst, kannst du Carsharing nutzen, statt ein eigenes Auto zu besitzen. So kannst du die meisten Strecken mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit den Öffis zurücklegen, aber wenn du doch mal ein Auto brauchst, kannst du es dir unkompliziert leihen.
  • Mit einem Lasten-Fahrrad, optional mit Elektro-Antrieb, kannst du auch größte Mengen transportieren, ohne auf ein Auto angewiesen zu sein.

Vegan/vegetarisch ernähren/Wenig Fleisch essen

Da für die Fleischproduktion viel Tierfutter und Land nötig ist, kann eine Ernährungsumstellung auf wenig Fleisch (wie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlen) viele Treibhausgasemissionen vermeiden. Noch besser für das Klima ist eine komplett vegetarische oder sogar vegane Ernährungsweise.
Eine Reduktion des Fleischkonsums auf ein bis zwei Portionen pro Woche spart durchschnittlich rund 900 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr.

Eine komplett vegetarische Ernährung spart noch mehr, nämlich pro Jahr rund 1200 kg.

Eine vegane Ernährungsweise spart rund 1500 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr.

Tipps:
  • Eine Ernährung mit ein bis zwei Portionen Fleisch ähnelt dem, was auch früher gegessen wurde („Sonntagsbraten“), gibt dem Produkt Fleisch die Wertschätzung die es verdient hat und entspricht zudem eher den Regeln für gesunde Ernährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.
  • Es gibt jede Menge vegetarischer und veganer Kochbücher und Gerichte.

Wohnen auf weniger Fläche

Ein Hauptverursacher von privaten Treibhausgas-Emissionen ist das Heizen der Wohnfläche. Je geringer diese Fläche ist, desto klimaschützender.
Wohnt man auf weniger als 30 m² Wohnfläche pro Person, spart dies durchschnittlich rund 500 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen pro Jahr.

Beim Wohnen auf weniger als 20 m² pro Person spart dies rund 900 kg pro Jahr.

Tipps:
  • Wenn man in einer Wohngemeinschaft lebt oder in ein Mehrfamilienhaus zieht, ist die Wohnfläche pro Person meist kleiner als in einem Ein-Personen-Haushalt oder einem Einfamilienhaus. Zudem hat man eine Gemeinschaft, mit der man Dinge teilen kann.
  • Wohnt man in einer Wohnung oder einem Haus, aus dem Familienmitglieder bereits ausgezogen sind, ist es oft möglich, Zimmer oder Wohnabschnitte zu vermieten.

Engagement für den Klimaschutz

Es genügt nicht, wenn sich einige wenige Menschen klimaschützender verhalten. Ein Wandel der gesamten Gesellschaft ist notwendig. Daher ist gesellschaftliches Engagement für den Klimaschutz sehr wichtig.
Tipps:
  • Große Umweltverbände, wie Greenpeace, der BUND oder der WWF haben in den meisten Städten Deutschlands Ortsgruppen.
  • Politisch kann man sich für Parteien engagieren, die besonders engagiert für den Klimaschutz einstehen.
  • Es ist wichtig, auf Demonstrationen zu zeigen, dass einem Klimaschutz wichtig ist. Auch ein direkter Kontakt mit Abgeordneten kann hilfreich sein.
  • Schafft man es, in der Schule, bei der Arbeit oder in der Universität Veränderungen zu mehr Klimaschutz anzustoßen, kann dies eine weit größere Wirkung haben, als nur seinen persönlichen Lebensstil zu verändern.

Spenden für den Klimaschutz

Falls die Zeit oder die Energie fehlt, sich persönlich für mehr Klimaschutz einzusetzen, kann man auch mit Geld andere Menschen und Organisationen unterstützen, sich für mehr Klimaschutz einzusetzen.
Tipps:
  • Neben Spenden an kleinere Organisationen wie die IPU ist es auch möglich, größere Organisationen zu unterstützen.
  • Klima-Kompensationszahlungen für Flüge, Kreuzfahrtreisen oder den gesamten persönlichen Klima-Fußabdruck sind kein Ablasshandel, sondern helfen durch konkrete Projekte vor Ort wie Solarkocher oder Aufforstung, Treibhausgase einzusparen. Dem Weltklima ist es egal, wo Emissionen vermieden werden.

Allgemeinen Konsum reduzieren

Auf der Postkarte ist dieser Punkt nicht dargestellt, da es sehr schwierig ist, zu berechnen, wie viele Treibhausgas-Emissionen sich durch eine Reduktion des allgemeinen Konsums (zum Beispiel von Kleidung, Elektronik, Möbeln, Dienstleistungen etc.) einsparen lassen. Klar ist aber, dass Konsum für einen großen Teil der Treibhausgase verantwortlich ist, nämlich rund 30%. Daher ist eine Reduktion des allgemeinen Konsums enorm wichtig.
Tipps:
  • Wer mit Anderen zusammen wohnt, kann sich viele Dinge des täglichen Gebrauchs teilen und benötigt dadurch weniger.
  • Wer auf weniger Wohnfläche wohnt, ist durch den geringeren Platz weniger versucht, Dinge zu kaufen.
  • Viele Gegenstände lassen sich gebraucht statt neu kaufen. Vieles, was kaputt geht, lässt sich reparieren.

Glühbirnen durch LEDs ersetzen

Ersetzt man alle Glühbirnen durch LEDs, spart dies im Jahr durchschnittlich rund 60 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen.

Plastikverpackungsfrei leben

Verzichtet man auf alle Plastikverpackungen, spart dies im Jahr durchschnittlich rund 120 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen.

Verzicht auf Flugobst und -gemüse

Verzichtet man auf Obst und Gemüse, welches eingeflogen wurde, spart dies im Jahr durchschnittlich rund 15 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen.

Leitungswasser statt Flaschenwasser trinken

Trinkt man statt Wasser aus gekauften Flaschen Leitungswasser, spart dies im Jahr durchschnittlich rund 40 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen.

Auf Coffee-to-go Becher verzichten

Nutzt man keine Einweg-Kaffeebecher mehr, spart dies im Jahr durchschnittlich rund 1 kg CO2-Äquivalente Treibhausgas-Emissionen.

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